Am Wochenende erlebte die Messe Le Gourmet ihren Auftakt. Die Glashalle der Neuen Messe war Schauplatz der Genüsse. Von Kochshows mit bekannten Sterneköchen über Schokolade und Weine bis zu pflanzlichen Brotaufstrichen, Schinken und Speck war alles dabei, was feine Gaumen bevorzugen.
Mit dem Spruch “Herber geht’s nicht”, warb etwa der Hertel Brauvertrieb aus Nürnberg für sein “wahrscheinlich herbstes Pils der Welt”. Ob das ein schlagendes Verkaufsargument sei, wollte ich wissen. Was der Mann am Stand bejahte, während er mir einen Schluck einschenkte. Vor allem hier in der Region werde herbes Bier bevorzugt getrunken. Mit 100 “Bittereinheiten” sei das Einhundert Bitterpils mehr als doppelt so herb wie ein Jever. Was man vor allem im Nachgeschmack merkte. Ist sicher nichts für jeden, mir schmeckte es aber. Weil es das Einhunderter noch nicht überall gibt und man ins Restaurant schlecht sein eigenes Bier mitbringen könne, hat die Brauerei noch “Bitterpulver” verteilt. Das könne man in sein mildes Bier kippen und hätte so ungefähr das gleiche Geschmackserlebnis. Nur erwischen lassen darf man sich wohl nicht dabei. :)
Schokoladig wurde es bei den Mannen von der Schokobrunnen- Zentrale. Die verzierten Bananen mit dickem Überzug und kühlten die Häppchen in flüssigem Stickstoff ab – was allein schon wegen des weißen Dampfes schick aussah. Schmeckten auch lecker, die Schokobananen.
Was allerdings gar nicht ging, war die “Grillshow” hinter der Glashalle. Zwei Männer, die immer wieder betonten, sie wären keine Köche, bereiteten kleine Portionen auf einem Grill zu. Dabei erwähnten sie nicht nur andauernd, von welcher Marke der Grill sei, sondern ließen es sich auch nicht nehmen, auf die ach so tolle Holzkohle hinzuweisen. Von “Show” im eigentlichen Wortsinne war dabei nicht viel zu merken. In routinierter Langeweile spritzte der eine Herr etwas Hackfleisch auf kleine Cracker, rollte etwas Sauerkraut zu einer Kugel, setzte sie oben drauf und gab die Dinger an seinen Kollegen weiter, der sie auf dem (übrigens hervorragenden!) Grill grillte. Anschließend durften fünf Leute kosten kommen.
Ebenso merkwürdig – und völlig deplatziert – war ein Schweizer Vermögensverwalter, der wohl nur auf die Le Gourmet durfte, weil er Flyer im Design einer Schweizer Schokolade anbot. Diese wurden von Mitarbeitern auf Segways verteilt. Allerdings bevorzuge ich bei Werbefloskeln wie “Die Schokoladenseite der Schweizer Vermögensverwaltung” dann doch lieber echte Schokolade.
Am Ende zählte die Leipziger Messe GmbH 15.500 Besucher. Im nächsten Jahr soll die Messe ausgebaut werden. Was eindeutig fehlte, war das Ambiente. Die Glashalle ist zwar sehr schön hell, aber echte Stände statt bloßer Theken hätten teilweise für das nötige Flair sorgen können.





