Mitte nächsten Jahres will der Leipziger T-Shirthändler Spreadshirt in ein neues Gebäude ziehen: Raus aus der GaraGe, rein in eine Gründerzeit-Halle in die Naumburger Strasse. Plagwitz bleibt man also treu.
Die größte Änderung des Umzuges wird sein, dass man die T-Shirt-Printerei nun nach Hause in die Zentrale holt und damit raus aus Taucha und der Isolation. Diese Entscheidung fällt man sicherlich nicht nur um alle Spreadshirter in der “Hauptstadt des Shirts” zusammen zu holen, vielleicht hat es auch etwas damit zu tun, dass sich vor einem Jahr in der Tauchaer Anlage ein Ding namens Betriebsrat gegründet hat. Das ist hier allerdings nur eine böse Unterstellung.
Für die spreadshirtanisierung des alten Gebäudes werden die Architekten von Homuth & Partner zuständig sein. Die haben vor allem für eines zu sorgen: Eine Dachterrasse. “Für Besprechungen, zum Chillen und um mit Wasserpistolen auf Passanten zu zielen”, kündigt Spreadshirt-Gründer und “Präsident” Lukasz Gadowski an. Na dann: Gleich mal Regenschirme bestellen, die hat Spreadshirt ebenfalls im Programm.






10 Kommentare
Wer braucht schon einen Betriebsrat, wenn man in den Pausen auf der Dachterrasse sitzen kann? Oder wird die nur für’s Management sein? Aber erstaunt bin ich, dachte ich doch, dass man die Nähe zum City-Tunnel suchen würde. In U-Bahnen kann man prima Videos drehen… ;-)
tja ja, spreadshirt … so ne ganz weiße weste haben die halt leider wirklich nicht.
Naja, was heißt “ganz weiße Weste”?! … Ich kenne kein Unternehmen, das sich über einen Betriebsrat freut. Vor allem kein Startup ;-)
Und: Man sollte deutlich unterscheiden zwischen Spreadshirt und Gadowski als Privatperson und Investor.
Dabei hilft einem doch ein Betriebsrat sehr, den gesellschaftlichen und allgemein sozialen Verpflichtungen der eigenen Unternehmung gerecht zu werden. Oft ist die Leitung doch schon so sehr mit allen möglichen anderen Dingen (Leute mit Wasser bespritzen etc.) beschäftigt, dass sie es sonst vergessen könnte…
Mein Kritikpunkt ist nichtmal so sehr der Betriebsrat sondern eher deren (in Leipzig generell nicht so seltene) Ansatz so viele Stellen wie möglich mit billigen Studenten zu besetzen. Ich hatte mich auch mal dort für einen Nebenjob beworben und bekam als Antwort das sie (zumindest für den Grafikerjob für den ich mich beworben hatte) generell nur Studenten einstellen würden. Ist natürlich wesentlich billiger, find ich aber moralisch ähnlich schwierig wie die Unmengen “3-6 Monate unbezahltes Praktikum”-Plätze die man hier in LE ständig findet.
Außerdem hab ich in der Vergangenheit zwei, drei Leute kennengelernt die mal dort gearbeitet haben und die nicht wirklich glücklich damit waren, kann aber natürlich auch Zufall sein. Zumindest deren Aussage nach gibt es nämlich nen ganz schönen Bruch zwischen der Wasserspritzenden Chef-Etage auf der Dachterasse und den Arbeitsbienen in den Stockwerken darunter.
Ich auch mal versucht nen Shop zu betreiben und hab das dann aufgegeben, vor allem weil Spreadshirt seine Probleme irgendwie nicht angegangen ist, die schleppen teilweise seit Jahren ein paar Kinderkrankheiten mit sich rum bei denen ich mich frage wie das eigentlich noch funktionieren kann. Tuts ja aber offensichtlich doch und das Konzept an sich ist ja auch definitiv gut. (Ich hab inzwischen fast 10 Unique-Shirts in meinem Schrank und liebe die auch, genauso wie meine DJ-Tasche die ich jeden Tag mit mir rumschleppe.)
moinsen,
ja – solche probleme und “negative vibes” vor allem von leuten die da mal gearbeitet *haben* sind leider kaum vermeidbar. natürlich versucht man immer, alles so günstig wie möglich aufzuziehen – das ding wurde ja von lukasz gestartet als er selbst noch student war. aber von einer dieser typischen “hire&fire” buden zu boom1.0 zeiten sind wir weit entfernt, und das wort selbst/ausbeutung kenn ich noch anders von 2000. wir versuchen eigentlich immer, gute arbeit zu honorieren, und die meisten leute die ich kenne arbeiten dort auch gern. von einer trennung zwischen chefetage und den etagen drunter, also okay ich arbeite da – aber das halte ich ehrlich gesagt für schwachsinn .. hab noch nie erlebt, dass vom vorstand jemand keine zeit hat (vlt. bei lukasz, aber aus diesem grund macht er ja auch wenige operativ) oder sich gar kritik versperren. die sind alle sehr sehr ansprechbar und offen. hier fehlt vielleicht ein bisschen der vergleich zu anderen unternehmen dieses wachstums und größenordnung.
zustimmen tu ich dir mit den “kinderkrankheiten” (ich würde es “basics” nennen) und da müssen wir besser werden, wird denke ich auch zunehmend besser. zumindest sind einige wichtige stellen mittlerweile mit guten leuten besetzt.
viele gruesze,
ami.)
@ami: Na diese Kinderkrankheiten zu überwinden ist natürlich im Sinne des Geschäfts. Bei meiner ersten (Test)bestellung bei SpreadShirt ist fast alles schiefgelaufen, weshalb ich umständlich nach anderen Anbietern gesucht habe. Wenn es anderen Leuten auch so geht, muss es natürlich Ziel des Managements sein, z. B. mal die Kundenkommunikation (=Basics) zum Funktionieren zu bringen. Wie dem auch sei, ist damit nicht das Problem der Arbeitsbedingungen und der Selbstwahrnehmung der Leitung gelöst. Ich achte inzwischen, wenn ich kann, darauf, bei wem ich Dinge kaufe, d. h., ob derjenige eine gewisse Verantwortlichkeit im sozialen Handeln zeigt.
Wenn ich mir euer Blog ansehe, fällt mir auf, dass recht wenig über die Produktion selbst und die Kollegen dort geschrieben wird. Leute mit Gesichtern, Namen und Lebensläufen habe ich jetzt nur aus den ‘oberen Etagen’ gefunden. Wo ist Frau Müller, die in Taucha dafür bekannt ist, dass sie an alle Geburtstage der Kollegen denkt und einen Kuchen bäckt? Oder Herr Meier, der schon manchen kleinen Spaß … oder Frau Kunze, die die Blumen im Treppenhaus so liebevoll pflegt? Entweder gibt es die alle nicht oder sie interessieren schlicht nicht. Leider ist Coolness nicht kuschelig.
horatiorama – der anspruch ist ja, auch dann gut zu sein, wenn alles schief geht .. ich denke, normalerweise ist unser kunden service wirklich gut (auch im vergleich zu anderen branchen), aber das hängt wie immer mit den erwartungen und erfahrungen zusammen. es gibt z.b. leute, die denken wir greifen ins regal und müssen das fertige t-shirt nur in einen umschlag packen und brauchen 2 tage dafür. genauso ist es bei der transparenz und der kommunikation .. es ist immer eine sache der wahrnehmung – gibt viele leute, die sagen dass sie sich wundern wie viel wir bloggen, vor allem auch “unwichtigen” kram. ich dagegen würde natürlich gerne noch mehr zeit mit sowas verbringen.
das mit der produktion stimmt, und wir sind seit geraumer zeit in vorbereitung von mehr content aus der ecke, wenn auch weniger wie du es beschreibst, aber z.b. mit einem testlab, das einsicht gibt wie wir produkte testen, wir sind seit geraumer zeit auch dran endlich mal eine webcam für unser spread-aquarium in der produktion einzurichten. und ansonsten werden die mitarbeiter in der produktion halt im rahmen von “meet a spreader” einbezogen, aber das ist sicher auch noch ausbaufähig. und, wie oben gesagt: eben immer auch eine frage der zeit und der ressourcen, am unwillen liegts nicht und zu verbergen haben wir eigentliuch auch nüscht.
Ich muss der Fairness halber mal noch hinzufügen das meine Bewerbungserfahrung schon etwas länger her ist (gut anderthalb Jahre) und die Geschichten von den Leuten die bei euch gearbeitet haben sind auch nicht mehr taufrisch. Wenn sich da was geändert haben sollte wär das schön.
Und euer Service ist zumindest bei Reklamationen sehr gut (was ich bei dem Preis allerdings auch verlange), das gebe ich euch gern, ebenfalls als positiv habe ich immer eure Versandkosten empfunden, andere Firmen langen da ja gern wesentlich mehr zu.
Mit den Basics bezog mich eher auf so Diskussionen und Probleme die auf dem Shopbesitzer-forum immer und immer wieder auftauchen, aber das geht jetzt hier sicher zu weit.
Und auch wenns vielleicht ein wenig hart ist : Ich glaub euch kommt trotz allem immer noch zu gute das ihr zumindest in Europa einfach noch keine Konkurrenz habt und Cafe Press in Amerika auch keine wirkliche ist. Ihr habt da einfach noch keinen wirklichen Druck.
Ich wünsche euch damit nicht fette Konkurrenz oder wirtschaftliche Probleme an den Hals, ich hoffe nur ihr seid euch der Situation bewußt und geht damit gut um.
(Und auf die Besinnung aufs Kerngeschäft die damals in der Brand Eins Thema war warte ich auch noch … Regenschirme ? Die sind doch recht neu, oder ?)
also ich seh das ähnlich und glaube an konkurrenz, weil die belebt das geschäft (und treibt einen markt), und damit haben wir kein problem – weil im moment haben wir immer noch genug “potential” und genug leute, die nicht mal wissen dass es sowas wie spreadshirt gibt. stehen übrigens grade in der produktion in greensburg (USA) und bewundern die wahnsinnig tollen shirts von design by human.
und: regenschirme sind nicht gerade neu, weiss leider nicht aus dem kopf seit wann es die gibt, aber seit ende letzten jahres haben wir uns eigentlich schon dran gehalten, nur noch sachen zum anziehen bzw. tragen (das ist die genaue definition) einzurichten.