Ich glaube, dass die Leipziger den City-Tunnel eines Tages lieben werden. Trotz der versenkten Millionen wegen der explodierenden Baukosten. Trotz der Tatsache, dass die Innenstadt ein knappes Jahrzehnt lang durch Baustellen verschandelt ist. Trotzdem eine womöglich kaum rentable Zahl an Fahrgästen die Stadt durch diesen Tunnel durchqueren wird.

Wer an diesem Wochenende bei der Tunnelbesichtigung lange Schlangen aushielt und zu Tausenden durch die beeindruckende Röhre gelaufen ist, wer den in einer PR-Aktion gewählten Kindernamen einer Riesenbohrmaschine in die Umgangssprache aufnimmt, wer Bekannten die lustige Geschichte von der auf den Durchbruch zum Hauptbahnhof wartenden und schliesslich im Dunkeln stehenden Journalistenmeute erzählt … der wird den City-Tunnel eines Tages in sein stolzes Herz schliessen (genauso wie er es mit seinem Zentralstadion und seinen Fussballvereinen getan hat) und nie wieder hergeben wollen. Auch wenn der Rest der Welt vielleicht den Kopf darüber schütteln wird.
Dann erst recht.






5 Kommentare
das hat schon was von schildbürgern
Ich hatte mir den irgendwie größer vorgestellt.
Bei Lizzy gibts nen schönen Text dazu, der eigentlich widergibt, was wohl jeder denkt: Ingenieurtechnisch ist das Ding sehr schick, ein schönes Projekt. Nur einen wirklichen Nutzen hat es eben nicht.
Blinder Lokalpatriotismus hat der Welt schon immer einen Bärendienst erwiesen…
kann man da nicht patenschaften übernehmen? wie beim zoo? das fördert auf jeden fall die identifikation und hilft vielleicht, die kosten ein wenig (um nicht zu sagen marginal) zu verringern… :)