Sachsenspiegel aus dem Kabel geflogen. Wie stark Leipzig mit Kameras überwacht wird. Taschendiebe rempeln Euch an.

“Störungen beim Empfang des MDR SACHSENSPIEGEL”, MDR.
Stellt Euch die Gesichter der MDR-Hardcorezuschauer vor, als statt des “Sachsenspiegel” unangekündigt (!) die Nachrichten aus einem weit entfernten Land, dem Land der Frühaufsteher über die Röhren flimmerten. Und wie hilft der MDR? “Wir bitten betroffene Zuschauer, sich in einem solchen Fall an ihren Kabelnetzbetreiber zu wenden.”

“Hörfunk-Spots werben für Mittelstandsprogramm der Stadt Leipzig”, Stadverwaltung.
Sprecherin: “Leipzig lohnt sich!” SFX: Bachorgel setzt ein.
Ist das etwa der Bass vom grossen Gunther Emmerlich, der die neuen Radiospots spricht?

“Kameraüberwachung durch die Stadt Leipzig: 1.000 Kameras in städtischem Auftrag”, L-IZ.
Sven Windisch von den PIRATEN wollte mal wissen, mit wie vielen Kameras die Leipziger und ihre Gäste von kommunaler Hand aus überwacht werden.
Ordnungsbürgermeister Heiko Rosenthal konnte gar nicht so viele aufzählen, wie es gibt. Allein in den LVB-Fahrzeugen hängen mindestens 898 Kameras.

“Trickdiebe unterwegs – Zeugen gesucht!/Laubenbrand/Schmierfinken auf frischer Tat gestellt”, Polizeibericht.
Achtung, Taschendieb-Skillz! In Leipzig sind Männer unterwegs, die bevorzugt in den Nachtstunden Menschen ansprechen, auf zudringlichen Körperkontakt gehen und dabei Geld und Handy stehlen.

“Open Data. Alles für Jeden”, Mephisto.
“Was wäre, wenn alle öffentlichen Daten auch wirklich öffentlich wären?” Alles eine Frage der Datenzugänglichkeit und Aufbereitung.

+++ Aus den Blogs. +++

“Lee Yongbaek in der Werkschauhalle”, Kunstszene-Leipzig.
Bemerkenswerte Inszenierung in der Leipziger Spinnerei. “Auf einem überdimensionierten iPhone laufen SMS und MMS von Schülern, die an Bord der im Frühjahr 2014 gesunkenen koreanischen Fähre waren, an ihre Angehörigen. Manche scherzen noch, blödeln mit den Schwimmwesten rum, andere haben den Ernst der Lage erkannt, verabschieden sich.”

“Lieblingsorte”, Hausgemachtes.
Der Westflügel. “Ein Ort, wie aus einer anderen Zeit, aus einer anderen Welt, der einen entführt in eine Art verfallenes Wunderland.”

+++ Be-Beat and Rhythm! +++ Be-Beat and Rhythm! +++
Die Konzerttipps für die laufende Woche, unter anderem mit DIE STERNE, MUTTER (Bist Du es?) oder auch WILHELM TELL ME findet Ihr in unser Veranstaltungsabteilung!

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Leipzig diskutiert über das MDV-Zwangsticket. Und: Stadtfabeln und Wohnzimmer-Bier.

“Mitteldeutscher Verkehrsverbund will ein Zwangsticket für alle Leipziger einführen”, LVZ I.
“Heftige Diskussion über mögliches Zwangsticket im Mitteldeutschen Verkehrsverbund”, LVZ II.
“Kommt das MDV-Zwangsticket?”, MDR.
“MDV lanciert eine gute Idee mit Krawall über die LVZ”, LI-Z.
“Sanierungsstau im Leipziger ÖPNV: Positives Echo auf das Thema ‘fahrscheinloser ÖPNV'”, L-IZ.
Ein Vorschlag bewegt die Gemüter: nach der Berichterstattung der LVZ zum Idee eines MDV-“Zwangstickets” steht das Lesertelefon nicht mehr still. Ein Pflichtfahrschein zur Finanzierung des öffentlichen Personennahverkehrs? Die Reaktionen pendeln zwischen “vollkommen bekloppt” und “kannmanjamaldrüberreden”.

“Sein Aufbau Ost”, Zeit.de.
Noch ein Nachruf auf Udo Reiter. Der gebürtige Westdeutsche hat über die Jahre ein feines Gespür dafür entwickelt, die der Osten “tickt, würdigt Autor Georg Löwisch, der gerne mal im publizistischen Clinch mit dem ehemaligen MDR-Intendanten lag.

“Entmietung überall? Die fragwürdigen Methoden der Verdrängung”, L-IZ. Futter für die Gentrifizierungs-Debatte: Beispiele von Verdrängung und Entmietungsversuchen aus dem Leipziger Westen und Süden.

“Strukturwandel in Ostdeutschland: Auferstehung mit Ruinen”, taz.de.
Während Leipzig wächst und seit Jahren einen Hype erlebt, sieht in den kleineren Städten um Leipzig herum Vieles ganz, ganz anders aus. Zeitz zum Beispiel kämpft gegen sein trostloses Image und die Folgen der Deindustrialisierung – mit wachsendem Erfolg.

Aus den Blogs.
“Besuch der alten Dame”, Jens Kassner.
Gleichsam wie auf einem Thron muss Marianne Faithful bei ihrem Leipziger Konzert auf der Bühne gesessen haben, weil ihr Gesundheitszustand das Stehen erschwerte. Jens beschreibt einen unterhaltsamen, zugabelosen und würdevollen Abend.

“Der fabelhafte Stadtkalender”, Geheimtipp Leipzig.
Business-Hasen an der Bushaltestelle, Rentnertiere in Lindenau und das verliebte Paar Hirsch auf dem Fockeberg: einen ganz eigenen Blick auf Leipzig gewährt Kunsthandwerkerin Anke Hartmann im “Stadtfabelkalender 2015″.

“Ich lächle nicht”, Lina/Notestoherself.
Was die wenigsten Männer wissen: für viele Frauen, die allein unterwegs sind, sind Kommentare wie “Lach doch mal“ oder auch “Hallo, warum schaust Du so traurig“ aus den Mündern wildfremder Männer gängige Alltagsbelästigung, die häufiger vorkommt, als viele denken.

“Braustrom – Leipzigs erstes Craft Beer”, Bier in Leipzig.
Menschen, die im Wohnzimmer eine Zapfanlage haben. Ihr eigenes Bier brauen. Und die ihr Bier mit dem Fahrrad an ihre Kunden ausfahren: der Trend zum Homebrewing hat inzwischen auch Leipzig erreicht. Mit recht süffigen Ergebnissen, wie man so liest.

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