Legida und #NoLegida jetzt Freitags? 365 Perlen aus dem Leipziger Stadtarchiv. Der erste Bärlauch ist da!

“Legida-Demos in Leipzig auf Freitag verlegt – Aufzüge vom Markt über den Ring geplant”, LVZ Online.
Überraschung! Die Legida-Organisatoren haben sämtliche Mittwochstermine abgesagt und die nächste Demo für Freitag angemeldet (Stand von Dienstagmorgen). Das ist ihr Plan: Kundgebung vor dem Alten Rathaus, dann Marsch über Petersstraße, Schillerstraße, Martin-Luther-Ring, Dittrichring und Thomaskirchhof zurück auf den Markt. Die Gegenproteste finden jetzt natürlich auch am Freitag statt #Nolegida.

“Weit und breit keine Polizei”, Kreuzer.
Journalist René Loch hat vergangenen Mittwoch die Angriffe von Legida-Demonstranten auf Journalisten gesehen und sagt im Interview: “Dass Legida von der ersten bis zur letzten Minute trotz dieser Zwischenfälle einfach laufen durfte, ist für mich unbegreiflich. Ich hatte den Eindruck, die gesamte Aufmerksamkeit der Polizei galt an diesem Abend den Gegendemonstranten.”

Zu den erfreulicheren Dingen.

“Der erste Bärlauch 2015 @ Auenwald Leipzig” von AsatrU dark (YouTube).

“365 Tage – 365 Bilder”, Facebook.
Die Facebookseite “365 Tage – 365 Bilder” ist eine Marketingmaßnahme anlässlich von Leipzigs Ersterwähnung vor tausend Jahren. Fotos und Malereien aus dem Stadtarchiv, täglich, ein Jahr lang. Gefällt uns. (Via.)

“Geschichten aus Leipzigs Vierteln”, Mephisto976.
Das neue Blog Viertelrausch haben wir Euch an dieser Stelle bereits vorgestellt (und in die Leipzigbloggerliste gepackt). Am Montag waren die Macherinnen Katharina und Sandra beim Uniradio Mephisto zu Gast – und ein klein wenig aufgeregt.

Weiter in den Leipziger Blogs.

“Von Einem der nach Leipzig kam”, Uwe Werner.
Seit drei Jahren lebt Uwe in Leipzig, und auch wenn es nicht ausdrücklich in der Überschrift steht: sein Blogposting ist eine kleine Liebeserklärung an die Stadt geworden.

“Man bloggt nicht ‘nebenbei'”, Notestoherself.
Lina spricht über den Zeitaufwand, den ihr Blog benötigt, und kommt auf zehn bis 15 Stunden in der Woche. “Aber hey – im Endeffekt ist das gar nicht so schlimm! Denn für ein Herzensprojekt macht man das gerne.”
Sehen wir auch so.

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Weniger Legida-Teilnehmer, als die Polizei gezählt hat. L-IZ führt Bezahlschranke ein. Ein Stück verlorenes Leipzig.

“3D Videomapping ’25 Jahre Friedliche Revolution’ – 9. Oktober 2014 in Leipzig” von Light ART Projects (Vimeo)

“Leipziger Soziologen: Maximal 5000 Teilnehmer bei Legida-Demonstration”, Universität Leipzig.
Die Zählergebnisse des Instituts für Soziologie schwanken zwischen 3800 bis 4700 Menschen und sind damit meilenweit entfernt von den offiziell verkündeten 15.000 Teilnehmern.

“Legida in Leipzig: Die Mär von den 15.000 Teilnehmern”, Spiegel Online.
“Die Leipziger Polizei legt Wert auf die Feststellung, dass ‘zu keiner Zeit’ und ‘von keiner Seite’ versucht worden sei, Einfluss auf die veröffentlichten Zahlen zu nehmen.”

“Legida und die ‘Lügenpolizei'”, Der Freitag.
“Die Angaben der Polizei sind unzuverlässig und kaum zu gebrauchen (…) bei sämtlichen Demonstrationen. Das lässt sich erklären: Kein Polizist hat je ordentlich gelernt, die Größe einer Demonstration zu schätzen”, zumindest nicht während der Ausbildung, behaupten Josephine Schulz und Felix Werdermann.

“Demonstrationsteilnehmer zählen leicht gemacht”, Verbogenes Leipzig.
Lustig.

“Legida-Teilnehmerzahlen: Leipzigs CDU-Senioren nehmen Polizei in Schutz”, LVZ Online.
Puh, da hat der Postillon wieder ganze Arbeit geleistet, oder nicht?

“Es ist Zeit sich langsam wieder auf den Mittwoch vorzubereiten”, NoLegida/Facebook.
Das NoLegida-Team erklärt sich: “Wir können euch nicht vorgeben, was ihr zu denken oder tun habt. (…) Wenn wir es schaffen, möglichst viele von euch auf die Straße zu bekommen, damit ihr protestiert, euch aber auch mit anderen austauscht und daraus Ideen für die Zukunft entwickelt, dann haben wir alle schon viel erreicht.”

And Now for Something Completely Different.

“Was ist neu auf L-IZ.de?”, Lizzy-Online.
Die L-IZ versucht es ab sofort mit einer Paywall. Bedeutet: Das Lesen von Beiträgen, die älter als 24 Stundem sind, ist nur noch mit kostenpflichtigem Login möglich. Seit kurzem wird die Seite mit der Blogsoftware WordPress betrieben.

“Gibts was aufs Dach?”, Mephisto.
Zoff um die geplante gläserne Bar auf dem Dach der alten Hauptpost am Augustusplatz. “Niemand würde auf den Gedanken kommen, bei van Gogh noch was dazu zu malen”, sagt der Geschäftsführer der Leipziger Kulturstiftung.

“Leipziger Verein entwickelt Alternative zu Facebook”, MDR Info.
Leipziger möchten mit greennetproject.org ein spendenfinanziertes dezentrales soziales Netzwerk für Nachhaltigkeit in die Welt setzen.

Weiter in den Blogs.

“Rap aus Reudnitz”, DDReudnitz.
Martin hat ein paar Hip Hop-Videos aus Reudnitz mit hohem Unterhaltungswert zusammengestellt.

“War Leipzig noch zu retten?”, Photographiedepot.
Ein Stück verlorenes Leipzig. Eindrucksvolle Bilder zeigen Thiemes Hof kurz vor dem Abriss Anfang 2003.

“Der kuratierte Plattenladen – N° 9″, FrohFroh.
In der Kolonnadenstraße hat ein neuer Plattenladen eröffnet, voraussichtlich für ein Jahr, zwar mit stark reduzierten Öffnungszeiten, dafür aber lobenswertem Vernetzungsanspruch.

“Zoot Woman, Le Very, Täubchenthal, Leipzig “, Shitesite.
Michael fragt sich indirekt, ob die Fender Telecaster des Zoot Woman-Sängers eigentlich nur zum Posen da und gar nicht ans Mischpult angeschlossen war.

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Leipzig im Ausnahmezustand – die Nachlese zum Demo-Mittwoch.

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Mittlerweile konnten wir uns durch die meisten Artikel zum Demonstrationsgeschehen wühlen, aussieben, und die interessantesten Links für Euch zusammenstellen. Los geht’s.

“Ein Mann gegen Legida” (YouTube).

“Und dann ist Chaos”, Süddeutsche Zeitung.
Von knatternden Hubschraubern, einer stillgelegten Innenstadt, neugierigen Rentnern und der Demo selbst. Hannah Beitzer fasst die Ereignisse vom Mittwoch zusammen.

“15.000 Wütende, kein Anführer”, Zeit.de.
Bei der Zeit wird gemutmasst: “Womöglich hat gestern der Niedergang von Legida begonnen”.

“Pressemitteilung zum Versammlungsgeschehen um LEGIDA am 21. Januar 2015″, Polizei Sachsen.
Mehrere Polizeibeamte wurden während ihres Einsatzes “durch Wurfgeschosse, Feuerwerkskörper, Laserpointer oder körperliche Gewalt verletzt”.

“FSR Sozio zählt Legida-Demonstration”, StuRa Uni Leipzig.
Nicht nur Augenzeugen, auch Soziologie-Studenten zweifeln an den offiziellen Teilnehmerzahlen. Eine von drei Auszählungsmethoden ergab 4.000 bis 6.000 Legida-Anhänger, die Polizei sprach hingegen von 15.000.

“Führerlos durch die Nacht—Legida pöbelt sich durch Leipzig”, Vice.
Marcus Engert hat sich unter die Legida-Demonstranten gemischt: “Ich habe Hass erlebt, Gewaltbereitschaft, Aggression, und offen zur Schau gestellten Rassismus. Ich habe eine Polizei erlebt, die bei Gewalt gegen Journalisten nicht eingreift. Und ich habe Menschen erlebt, die sich entschieden haben, ihre vielleicht berechtigten Ängste und Sorgen eben nicht leise und sachlich (…) vorzutragen, sondern sich mit diesem Hass verbreitenden Mob eine Straße und eine Kundgebung zu teilen.”

“Legida und die Polizei – offene Fragen, klare Antworten”, Student.
Die “Diskussion über die Rolle der Polizei” sollte “nun ernsthaft geführt werden”, schreibt René Loch und spricht von “Phantasiezahlen” bei den Teilnehmern. “Da befinden sich 44 Hundertschaften rund um die Demoroute im Einsatz – und niemand greift ein, wenn Journalisten angegriffen werden? Wenn in der ersten Reihe Vermummte mitmarschieren? Wenn Flaschen aus dem Demozug heraus auf Personen am Straßenrand geworfen werfen?”

“Interview mit betroffenem mephisto 97.6 – Reporter zu Ausschreitungen bei Demonstration”, Mephisto976/Soundcloud.
Der Redakteur des Uni-Radios hält seine Angreifer nicht für “normale” Legida-Teilnehmer: “50 Mann sind mit einmal rausgekommen. Sie wussten genau, wo sie rausgehen können, sie sind nicht mehr mit der Masse mitgegangen(…) die waren alle dunkel gekleidet und waren alle maskiert. Und das Schlimmste daran fand ich, dass sie alle, also alle 50 (…) kommentarlos reagiert haben und auf uns losgegangen sind und uns angegriffen haben.”

“Das Volk schwächelt”, taz.de.
Die taz über die gewalttätigen Auseinandersetzungen vor dem Hauptbahnhof zum Ende des Abends: “Jetzt war es wie beim berüchtigten Leipziger Fußballderby Lok gegen Chemie: Der Hooligan-Schlachtruf ‘Ahu’ hallte durch die Gassen.”

“Die dubiosen Gestalten hinter der Legida-Bewegung”, Welt.de.
Investigative Recherchen der Welt bringen erstaunliche Hintergrunddetails an die Öffentlichkeit.

“Legida-Demonstranten und die deutsche Presse “, Spiegel.de.
Ein Spiegel-Team möchte von Legida-Demonstranten wissen, “woher sie ihre Informationen beziehen und was sie von der deutschen Presse halten”. (Video beginnt erst nach der Vorschaltwerbung.)

“#NOLEGIDA – die Zweite”, vandesei.
Bloggerin Franziska richtet sich an ihre entpolitisierten Freunde, die “sich angegriffen fühlen, weil die Bahn nicht fährt (…) weil doch alle einen an der Klatsche haben die da mit laufen, auf welcher Seite auch immer. – Ihr könnt froh sein, dass sich jemand auf die Straße wagt und die Stadt eben nicht den Rassisten und Intoleranten ohne Gegenwehr überlassen wird.”

Weitere Meinungen und Berichte von Leipziger Bloggern:
“Nolegida: ‘Keine Gewalt!’ muss auch für Polizisten gelten”, Kopfkompass. “Wie weit kann ein Polizist eigentlich zählen?”, Jens Kassner. “Bilder eines Tages”, Inch’s Blog.

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